„Kind 44“

„Kind 44“

von Tom Rob Smith

ISBN: 978-3-442-47207-9

erschienen im Goldmann Verlag

Preis: 9,95 Euro

Klapptext:

In der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Doch ein Mörder geht um – und niemand darf ihn stoppen.

Moskau, 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erkärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und bringt sich und seine Familie in tödliche Gefahr…

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Diese Buch wurde mir vor vielen Jahren einmal von einem Kollegen empfohlen. Seither wartete es in meinem SUB auf seinen Einsatz, musste aber immer hinter anderen Werken zurücktreten. Wie ich jetzt weiß, völlig zu unrecht. Es hat die 10 ungelesenen Jahre in meinem Regal definitiv nicht verdient.

Der Mord an dem kleinen Jungen und die Mordermittlungen durch Leo, die damit ihren Anfang nehmen, spielen eigentlich nur eine untergeordnete Rolle. Vorranig wird das Leben in der Stalinzeit in der Sowjetunion aufgezeigt. Eine Welt voller Unsicherheit und Misstrauen, in welcher sich auch die eigentlich Mächtigen nicht wirklich sicher fühlen können. Es wird eine dunkle, angstvolle Welt gezeichnet und das sehr gekonnt. Fast hat man das Gefühl, dass die Kälte einem unter die Haut kriecht.

Leo ist eigentlich ein sehr systemtreuer Bürger, was sich auch in seinem Status widerspiegelt. Doch langsam keimen Zweifel in ihm und er wendet sich schließlich gegen das System, mit allen Konsequenzen. Diese werden auch in aller Deutlichkeit aufgezeigt. Ich habe mich mit der Stalinzeit nicht beschäftigt und kann daher nicht beurteilen, wie nah an der Realität der Sowjetunion der 50er Jahre die Geschichte erzählt ist, aber sie wirkt schon wirklich sehr realistisch, was ich beängstigend finde.

„Kind 44“ ist das Debüt des Autors, welches wirklich grandios geraten ist. Wir lesen eine schlüssige Geschichte, die nachdenklich macht und einen mitten in die Welt des Nachkriegsrusslands unter Stalin wirft. Nach diesem Werk weiß man die moderen, westliche Welt wieder richtig zu schätzen.

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