Blutige Nachrichten

„Blutige Nachrichten“

von Stephen King

ISBN: 978-3-27307-8

Preis: 24,00 Euro

erschienen im heyne verlag

Klapptext:

Als Detective Ralph Anderson den Umschlag öffnet, findet er einen USB-Stick mit der Aufschrift Blutige Nachrichten, offenbar eine Anspielung auf die Journalisenregel, dass blutige Nachrichten sich gut verkaufen. Darauf gespeichert ist eine Art gesprochenes Tagebuch von Holly Gibney, mit der er einmal einen Fall gelöst hat, der in Oklahoma seinen anfang nahm und in einer texanischen Höhle endete. Durch den damaligen Fall hatte sich seine Wahrnehmung der Wirklichkeit für immer verändert. Die letzten Worte von Hollys Audiobericht sind auf den 19. Dezember 2020 datiert. Sie klingt atemlos.

Ich habe mein Bestes getan, Ralph, nur reicht das vielleicht nicht. Trotz meiner ganzen Planung besteht die Chance, dass ich die Sache nicht überlebe. Falls ich sterbe und du fortführen willst, was ich begonnen habe, pass bitte auf dich auf. Du hast Frau und Sohn.

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In diesem Werk hat Stephen King vier Geschichten vereint, wobei die namensgebende ein Wiedersehen mit den Figuren aus der Mr.-Mercedes-Reihe mit sich bringt und am längsten ist. Aber der Reihe nach:

Mr. Harrigans Telefon handelt von dem jungen Craig, der eine besondere Beziehung zu dem alternden Mr. Harrigan aufbaut, die noch weit über den Tod hinausgeht. Sie könnte die Mahnung aufwerfen, dass man immer aufpassen sollte, was man sich wünscht, es könnte in Erfüllung gehen. Auch wenn die Handlung eigentlich eher seicht ist, vor allem nach King-Maßstäben, schwingt immer ein unterschwelliges Grauen mit, dass nicht zu fassen ist und mir sehr gefallen hat. Diese Geschichte konnte mich überzeugen.

In Chucks Leben ging es mir da ganz anders. Zunächst kommt die Geschichte als Weltuntergangsszenario daher und ich war sehr angetan. Dann jedoch wandelt sich die Story und ich konnte ihr nicht mehr wirklich folgen. Zumal sie von hinten erzählt wird, nämlich mit dem dritten von drei Akten beginnt. Diese Geschichte konnte mich nicht überzeugen und ich kann ihre Handlung und ihren Sinn noch immer nicht greifen.

Blutige Nachrichten knüpft wie oben bereits erwähnt an die Mr-Mercedes-Reihe an, und das sehr gekonnt. Ich habe dies Bücher dieser Reihe verschlungen und so erging es mir auch bei dieser Geschichte. Wieder sehr gelungen. Holly jagd wieder einen Outsider, der sich aber von ihrem letzten stark unterscheidet. Genauso wie zuvor war aber die Spannung und die Sympathie, die ich für die Figuren empfand.

In Ratte treffen wir auf einen eher gescheiterten Autoren, dessen größter Traum die Veröffentlichung eines Romanes ist. An diesem Traum scheiterte er bisher jedoch grandios und macht sich nun noch einmal an die Arbeit ein Buch zu schreiben. Dabei erhält er überraschende Hilfe eines kleinen Nagetieres. In dieser Geschichte schwang wieder das gleiche ungreifbare Grauen mit, dass ich schon in der ersten Geschichte verspührte.

Demnach konnten mich drei der vier Geschichten überzeugen und das Buch lohnt sich auf jeden Fall.

Später

„Später“

von Stephen King

ISBN: 978-3-453-27335-1

Preis: 22,00 Euro

erschienen im heyne verlag

Klapptext:

Ich fange nicht gerne mit einer Rechtfertigung an, aber ich glaube, das tun zu müssen. Es geht um ein bestimmtes Wort, das ich ständg verwende. Es lautet später. Ich weiß, dass das monoton klingt, aber ich habe keine andere Wahl. Es gibt immer ein Später.

Ja, ich kann tote Leute sehen, und das Ganze hier ist wohl eine Horrorstory.

Also dann mal los.

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Jamie kann kürzlich Verstorbene sehen und das bringt einige Vor- aber auch Nachteile mit sich. Von diesen erzählt er uns aus der Ich-Perspektive.

Dass das Wort Später überproportional oft auftritt habe ich aber nicht feststellen können, weshalb ich den Titel nicht gut gewählt finde. Oder zumindest den Prolog nicht.

Die Werke von Stephen King sind immer etwas speziell und anders zu lesen, als Werke anderer Autoren und so ist es auch hier. Jamie macht ständig Andeutungen auf Handlungen, die er dann erst Später erzählt. Vielleicht ja deswegen der Titel. Ich fand das aber oft anstrengend.

Die Story wird mehrfach als Horrorstory angepriesen, ich bin da aber ganz anderes von King gewohnt und fand die Handlung eher seicht. Auch wenn entstellte Geister Jamie heimsuchen, ein richtiger Horror oder auch nur eine Gänsehaut hat sich bei mir nicht eingestellt.

Jedoch fand ich die Geschichte durchaus lesenswert und unterhaltsam, weshalb es dann doch noch eine ganz gute Bewertung meinerseits gibt.