Oh du tödliche…

„Oh du tödliche“

Rosemarie Benke-Bursian (Hrsg.)

ISBN: 978-3-7526-8862-7

Preis: 6,99 €

erschienen im BoD

Klappentext:

War die Idee mit dem Adventskalender nicht genial?

Wo kommt nur plötzlich die Weihnachtsmusik her? Etwa aus der Wand?

Und wer sich von hinten anschleicht, ist auf jeden Fall selber schuld, wenn…, oder?

Fragen über Fragen, auch zu verschwundenen Schmuckstücken, blasenwerfenden Eiern, selbstgebackenen Plätzchen die – ach herjeh – einfach weitergereicht wurden… und zu einem ganz besonderem Weihnachtsfrieden, der dann doch anders endet.

Die humorvollen, manchmal bitterbösen und immer wieder überraschenden Antworten finden Sie in den neun weihnachtlichen Kurzkrimis vor: Rosemarie Benke-Bursian (Hrsgb.), Karin Büchel, Nina Camara, Magnus Haensler, Mona Moldovan, Christine Neumeyer, Rebecca Schneebeli, Petra Stangier, Ashley Wood.

Die Kurzkrimis geben aber nicht nur der Weihnachtszeit eine besondere Würze – vor allem, wenn sie in größerer Runde vorgelesen werden – sie bieten zu jeder Jahreszeit eine vergnügliche und spannende Abwechslung.

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Ich bin kein großer Fan von Kurzgeschichten, egal welchen Genres. Zumeist sind die Geschichten doch sehr flach erzählt, da in der Kürze keine Tiefe aufgebaut werden kann. So ist es auch bei diesen neuen Geschichten.

Dennoch sind die meisten gut geschrieben und haben mich kurz unterhalten.

Auch wenn der Klappentext verspricht, dass sie zu jeder Jahreszeit Unterhaltung bieten, ich denke, sie sollten doch in der Vorweihnachtszeit gelesen werden. Im Hochsommer am Strand möchte ich dann nicht wirklich etwas über geschlagene Weihnachtsbäume und besondere Adventskalender lesen und hätte vermutlich gar keinen Spaß an den Geschichten.

So, zur passenden Zeit, haben sie für kurze Zerstreuung gesorgt und waren alle durchaus lesbar. Wirklich enttäuscht hat mich keine Geschichte, auch nicht überrascht, aber das ist bei Kurzgeschichten in meinen Augen schon alles, was man erwarten kann. Also durchaus ein nettes Geschenk für Nikolaus oder Weihnachten.

Das Kind in mir will achtsam morden

“ Das Kind in mir will achtsam morden“

von Karsten Dusse

ISBN: 978-3-453-42444-9

Preis: 10,99 Euro

erschienen im heyde verlag

Band 2 der Achtsam-Morden-Reihe

Klapptext:

„Es ist nie zu spät für eine unglückliche Kindheit“

Joschka Breitner, Das innere Wunschkind

Björn hat das Prinzip der Achtsamkeit erlernt und mit dessen Hilfe sein Leben verbessert. Er hat den stressigen Job gekündigt und sich selbstständig gemacht. Er verbringt mehr Zeit mit seiner Tochter und streitet sich liebevoller mit seiner Frau. Ach ja, und nebenbei führt er noch ganz entspannt zwei Mafia-Clans, weil er den Chef des einen ermordet und den des anderen im Keller eines Kindergartens eingekerkert hat. Warum nur kann Björn das alles nicht genießen? Warum verliert er ständig die Beherrschung? Hat er das Morden einfach satt? Ganz so einfach ist es nicht. Sein Therapeut Joschka Breitner bringt ihn endlich auf die richtige Spur: Es liegt an Björns innerem Kind!

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Im ersten Band beschäftigte sich Björn mit dem Thema Achtsamkeit und es war herrlich, ihm dabei zuzusehen, wie er achtsam von einer Katastrophe in die nächste schlidderte und mit Hilfe der Achtsamkeit auch wieder daraus herausmanövrierte.

Nun also soll er sich mit seinem inneren Kind beschäftigen. Es ist unglaublich unterhaltsam, wie Björn sich mit seinem inneren Kind auseinander setzt, sich auf dieses einlässt und welche Probleme sich daraus ergeben, aber damit auch lösen lassen.

Wir alle tragen dieses innere Kind in uns und bei einigen Therapiesitzungen saß ich bei Joschka gleich mit auf der Bank und habe mich mit meinem eigenen inneren Kind beschäftigt.

Zum Glück brauchen wir uns aber nicht um einen gefangen gehaltenen Mafia-Boss kümmern, welcher plötzlich verschwunden ist. Auch nicht mit schlechten Kellnern, welche Bergabhänge hinunterpurtzeln auseinandersetzen und erst recht nicht mit weiteren verbrecherischen Familien, die uns das Leben schwer machen oder grölenden Jugendlichen, die in der Nachbarschaft randalieren, Kindergarteneltern, welche die Welt retten wollen und und und…

Diesen Berg an Problemen gehen Björn und sein inneres Kind gemeinsam an und es ist erfrischend, mit welchen Methoden das innere Kind diese Probleme bewältigen will. Einige Vorschläge gehen dabei komplett daneben und führen zu neue Probleme, andere sind erstaunlich erfolgreich.

Unglaublich gute und kurzweilige Unterhaltung, die einen auch selber mit seinem inneren Kind beschäftigen lässt, wenn man denn offen dafür ist.

Espresso morte

„Espresso morte“

von Karlheinz Moll

ISBN: 978-3-347-21736-2

Preis: 11,99 Euro

erschienen im tredition verlag

Klapptext:

An einem Sonntagvormittag wird in der Altstadt von Malcesine ein Mann erschlagen aufgefunden.

Der pensionierte deutsche Kommissar Giancarlo Lehmann genießt gerade einen Espresso am Seeufer des Gardasees, als er unerwartet zum Tatort gerufen wird. Er kann nur noch den Tod des Mannes feststellen und Hilfe durch die Polizei herbeiholen.

Sein Schwiegersohn Sergio Gemma aus Trient wird mit den Ermittlungen beauftragt und wie schon bei einigen früheren Fällen, bittet er Giancarlo um Unterstützung, worauf er sich widerwillig einlässt. Die erste Spur führt in das noble Seminarhotel „Perle am See“ in Riva am Gardasee, in dem das Opfer an einem Finanzsymposium teilnahm. Die zunächst unbekannte Frau, mit der er die Nacht vor seinem Tod in einer Pension in Malcesine verbrachte, ist ebenfalls zu Gast in dem Hotel.

Noch bevor sich aus den Befragungen im Hotel erste Verdachtsmomente ergeben, wird ein zweiter Hotelgast von der Bastione in Riva gestürzt. Auch er nahm an dem Seminar im Hotel teil und in den Lebensläufen der beiden Toten finden sich schon bald einige Parallelen aus der Finanzwelt.

Giancarlo Lehmann und Sergio Gemma tauchen immer tiefer ein in die finanziellen Machenschaften der Ermordeten und auch über die Frau eines der Ermordeten fördern sie höchst Brisantes zu Tage.

Als kurz darauf ein weiterer Gast von einem Auto angefahren wird und immer weitere Details aus der Vergangenheit der Opfer bekannt werden, erscheint ein Rachemotiv in deren beruflichen Umfeld unausweichlich.

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Wer Cover, noch Klapptext hätten mich zum Kauf dieses Buches animiert, aber es war ein Geschenk zu meinem Urlaub an Gardasee und so hatte ich es in meinem Reisegepäck. Und auch nur dem Umstand, dass es ein Geschenk war, ist es zu verdanken, dass ich es zu Ende gelesen habe. Zwei Mal hatte ich es schon in den Kiesstrand neben mich geworfen, im festen Willen, es nicht weiter zu lesen.

Eigentlich ist der Plot gar nicht mal schlecht, aber der Schreibstil ist leider unterirdisch. Der Autor konnte mich nicht eine Seite lang in die Handlung ziehen und ich wollte mich bis zum Ende nicht an den Stil gewöhnen. Vor allem brachte leider nicht die Handlung mein Blut in Wallung, sondern die vielen Fehler zwischen den Seiten. Auf jeder zweiten Seite finden sich Wortdoppelungen, Stil- und Rechtschreibfehler und der Autor scheint sich noch nicht mal den Namen einer seiner Figuren merken zu können, denn Giancarlo heißt zwischendurch auch gerne mal Gianfranco.

Selten habe ich mich so überwinden müssen, ein Werk zu Ende zu lesen. Leider überhaupt nicht empfehlenswert. Vor allem nicht, wenn man Wert auf eine fehlerfreie, stilvolle Story legt.

Schuld!Seid!Ihr!

„Schuld!Seid!Ihr!“

von Michael Thode

ISBN: 978-3-404-18416-3

Preis: kostenloses Rezensionsexemplar (11,- Euro)

erscheint im luebbe verlag

Band 2 der Rolf Degenhardt Reihe

Klapptext:

Ihr habt mein Leben mit Füßen getreten.

Ihr habt mir das Liebste genommen.

Jetzt ist die Zeit meiner Rache gekommen.

Und ich nehme euch alles.

In der Lüneburger Heide nehmen sich ein obdachloser Mann und ein pensionierter Polizist unter größten Qualen das Leben. Was verbindet diese beiden Männer? Und welche Bedeutung haben die Tatortkarten, die neben den Toten gefunden werden?

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Menschen nehmen sich normalerweise auf eher angenehme Art und Weise das Leben. Es soll schnell gehen und vor allem schmerzfrei sein. Nicht so die Opfer in diesem Band. Sie wählen eine sehr schmerz- und qualvolle Weise, aus dem Leben zu scheiden. Aber tun sie dies freiwillig? Oder hat jemand nachgeholfen?

Wir Leser erfahren sehr schnell, dass die Opfer keine große Wahl hatten. Und dass ein Geschehen in der Vergangenheit eine Rolle spielt. Die Ereignisse werden nach und nach aufgedeckt und wir erleben viel aus der Sicht des „Gehängten“, was einen guten Einblick in die Psyche zulässt und mir sehr gefallen hat.

Leider bleiben aber auch einige Fragen am Ende offen und nicht alle losen Fäden werden zusammengefasst, das ließ mich etwas enttäuscht zurück. Zudem finde ich das Geschehen in Teilen nicht ganz nachvollziehbar, es bewegt sich aber in einem Rahmen, den ich noch akzeptieren kann.

Der Schreibstil ist flüssig und durch die sehr kurzen Kapitel wird das Tempo hoch gehalten, auch wenn zunächst nicht all zu viel passiert, ist eine gewissen Grundspannung immer spürbar und am Ende nimmt sie noch mal Fahrt auf.

Alles in allem ist das Werk lesenswert, auch wenn es mich nicht wirklich von Hocker gehauen hat.

Stille Schuld

„Stille Schuld“

von Gerlinde Friewald

ISBN: 9-783968-171456

Preis: 9,99 Euro

erschienen bei digital publishers gmbh

Band 2 der Nick Stein Reihe

Klapptext:

Ein grausamer Serienmord und eine Mauer aus Schweigen – Nick Stein ermittelt.

Nick Stein, Wiens charmantester Ermittler, steht vor einem grausigen Tatort. In einer Villa findet er die Leichen mehrerer Personen vor. Sie wurden unter schrecklichen Bedingungen gefangen gehalten, gefoltert und schließlich gekreuzigt. Einige von ihnen waren schon seit längerer Zeit als vermisst gemeldet – doch was verbindet die Opfer noch? Nick muss tief in die Vergangenheit der Toten eintauchen, um ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dabei stößt er auf eine Mauer aus Schweigen und Ablehnung, aber auch auf Angst und Schmerz. Bald ist er mit einem Fall konfrontiert, der ihn vor die Entscheidung stellt, seinem Gewissen oder seinem Berufsethos zu folgen…

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Ich kannte Gerlinde Friewald und ihre Werke zuvor nicht und habe daher auch Band 1 der Reihe noch nicht gelesen. Trotzdem konnte ich der Geschichte gut folgen und die Charaktere verstehen, sodass Band 1 kein Muss ist, um Band 2 zu lesen.

Gerlinde schreibt sehr nüchtern und schnörkellos, konzentriert sich ganz auf das Wesentliche, was mir sehr gefallen hat. Dennoch erhalten ihre Figuren eine gewisse Tiefe und hin und wider findet sich auch etwas Humor zwischen den Zeilen.

Die Story baut sich langsam auf und zusammen mit Nick vollziehen wir die Zusammenhänge hinter der Tat nach. Die Schlussfolgerungen daraus sind logisch und man kann ihnen gut folgen.

Dadurch, dass wir erst nach und nach mehr Hintergrundwissen erhalten, bleibt es spannend und man kann miträtseln. Da Gerlinde aber auf Action und lebensgefährliche Situationen für ihre Protagonisten verzichtet, hatte ich beim Lesen kein Herzklopfen und war nicht völlig gefesselt. Dennoch konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen und wollte zusammen mit Nick die nächste Vernehmung führen und den nächsten Hinweis ausgraben.

Ein gelungenes Werk, was etwas ruhiger daherkommt, aber gut unterhalten kann. Band 1 und auch Band 3 sind schon bestellt.