„Die treue Freundin“

„Die treue Freundin“

von Lisa Unger

kostenloses Rezessionsexemplar

ISBN: 425-1-64011-208-0

erschienen im lübbe verlag

Klapptext:

Eine grausame Entführung

Eine mysteriöse Mordserie

Als Zwölfjährige entkam Rain Winter nur knapp einem sadistischen Entführer, der danach selbst Opfer eines kaltblütigen Mordes wurde. Viele Jahre später – Rain arbeitet inzwischen als Jounalistin – stößt sie auf einen rätselhaften Fall, der deutliche Parallelen zu dem Mord an ihrem Entführer aufweist. Unter dem Deckmantel ihrer journalistischen Arbeit beginnt Rain, Nachforschungen anzustellen. Dabei findet sie heraus, dass der Mörder etwas am Tatort zurückließ: ein kleines rotes Kristallherz, das Rain nur allzu bekannt vorkommt – und auf einmal ist das dunkelste Kapitel ihrer Kindheit wieder beängstigend nah…

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Lisa Unger schreibt flüssig und modern und man findet schnell in die Geschichte. Die Protagonistin wirkt sympatisch und man schließt sie schnell ins Herz. Jedoch finden sich im Verlauf der Geschichte doch kleine Makel an ihr. So lässt sie in der einen Sitiation ihre kleine Tochter schutzlos zurück und in der nächsten beobachtet sie Mann und Tochter oder auch mal den Babysitter per Videoüberwachung. Da hat sie bei mir als Mutter dann doch wieder einige Sympathiepunkte eingebüßt.

In dem Werk geht es vor allem um Vergangenheitsbewältigung, Schuld, Sühne und Gerechtigkeit. Wir erleben als Leser, was Kindheitstraumata für verschiedene Folgen haben können und müssen uns mit der Frage auseinandersetzen, ob man Gleiches mit Gleichem vergelten und ob man Fehler der Justiz selbstständig beheben darf. Leider kommt das Buch für meinen Geschmack zum falschen Ergebnis, aber das liegt ja im Auge des Betrachters.

Auf der einen Seite gibt uns die Geschichte interessante Einblicke in die Gefühlswelt gespaltener Persönlichkeiten und das vermutlich auch sehr realistisch (ich hab da ja keine eigenen Erfahrungswerte ;-)), auf der anderen Seite lässt sie leider den roten Faden vermissen und wirkt in Teilen sehr wirr und wenig nachvollziehbar.

Doch das Buch regt auch zum Nachdenken an. Wir alle bestehen aus Licht und Dunkel und es ist eine Frage der Sozialisation, welche Seite in uns überwiegt.

„Die treue Freundin“ hat erfolgsversprechende Ansätze, welche leider nicht besonders stimmig umgesetzt wurden. Daher leider nur: